PRESSE ECHO

 

Deutschlandradio Kultur am 25.10.2006 von Susanne Balthasar

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Das Clubportrait auf den Seiten der Deutschen Börse www.deutsche-boerse.com/.... oder als .pdf

Hexensabbat in Charlottenburg

Mit viel Spaß betreiben Berliner Frauen einen Investmentclub - und verdienen damit ordentlich

Berliner Zeitung am 24.07.2007 von Steffen Vogel

BERLIN. Ein riskanter Start: Ausgerechnet als im Jahr 2000 weltweit die Börsenkurse in den Keller rutschten, gründete Henrike von Platen mit zwölf weiteren Frauen den Investmentclub Hexensabbat, um gemeinschaftlich am Aktienmarkt anzulegen. Innerhalb von eineinhalb Jahren sank der Wert ihres gemeinsamen Vermögens um die Hälfte. Doch die Frauen ließen sich nicht erschüttern und wurden für ihr Durchhaltevermögen belohnt: Im vergangenen Jahr erzielte der Club für die angelegten Gelder seiner 30 weiblichen Mitglieder wieder beachtliche Renditen.

Die Banken blockieren

Einen Investmentclub kann jeder gründen, es bedarf nur eines einfachen Vertrages zwischen den Mitgliedern. Sie treffen sich in geselliger Runde, tauschen Börsenwissen aus und legen das eingebrachte Geld in Wertpapieren an - wenn man sie denn lässt: Denn während die Banken sonst um jeden Kunden werben, sind ihnen die Investmentclubs eher lästig: Reihenweise kündigen sie derzeit die Konten der Anlegergesellschaften. Laut Deutscher Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sind deutschlandweit rund die Hälfte der 7 000 Investmentclubs betroffen. Auch Henrike von Platen und ihre Mitstreiterinnen mussten kurzfristig im Juni ihr Club-Konto räumen und eine Alternative suchen.

"Die Gemeinschaftsdepots bringen den Banken wenig Gewinn und sind als Firmenkonten aufwändig zu verwalten", sagt ein DSW-Sprecher. Der Interessenverband konnte kürzlich mit dem Sparkassen-Broker einen neuen Anbieter für Clubkonten gewinnen. Für Henrike von Platen zu spät. "Davon haben wir erst aus der Zeitung erfahren", berichtet die Clubchefin. Sie hat bereits eine eigene Lösung gefunden. Nach Rücksprache mit einem Rechtsanwalt entschied sich die Vorsitzende für ein Treuhandkonto. Gegenüber dem Geldinstitut handelt jetzt nur noch sie selbst - als die von allen Mitgliedern beauftragte Treuhänderin. Auch die Bank hat etwas davon: Sie muss nicht mehr jedes Clubmitglied individuell beraten und separate Unterlagen führen. Die Anlageentscheidungen werden aber nach wie vor gemeinschaftlich getroffen.

Henrike von Platens Club heißt doppeldeutig "Hexensabbat" - einerseits bezeichnet man damit im Fachjargon spezielle Börsentage im Jahr, an denen Termingeschäfte auslaufen, was in der Regel zu besonders hohen Kursschwankungen führt. Andererseits ist der Hexensabbat eine Bezeichnung für rituelle Treffen an geheimen Orten. Die Investorinnen kommt zweimal im Monat in Berlin-Charlottenburg zusammen. Dann besprechen sie die Performance ihres Depots und mögliche künftige Finanzanlagen. An den Tagen dazwischen tauschen sie sich in Internetforen über Marktanalysen und Kaufideen aus. Das Ganze macht ihnen Spaß - und ist zudem lukrativ.

Keine Angst vor dem Börsencrash

Die "Hexen" investieren ausschließlich in Aktien, auch in spekulative Werte. Vor einem neuen Börsencrash haben sie keine Angst. "Wir haben automatische Verkaufsorder eingerichtet, die sich bei bestimmten Verlusten aktivieren", sagt von Platen. Zudem gebe es auch im Abschwung einzelne Aktien und bestimmte Branchen, die im Wert stiegen. Die Mitglieder des Clubs haben sich auf unterschiedliche Nischen spezialisiert.

Über Kauf und Verkauf entscheiden die Frauen mit der einfachen Mehrheit. "Wer bei den Treffen nicht anwesend ist, hat seine Stimme meist einem anderen Mitglied in die Tasche gesteckt", sagt von Platen. Einen Kontrollverlust fürchten die Frauen des Hexensabbat-Clubs durch die Treuhänder-Lösung nicht. "Die Mitglieder vertrauen mir", sagt von Platen.

Ein Clubdepot beim Sparkassen-Broker hingegen ist für die Investorinnen ohnehin nicht attraktiv. Weil strengere Kontrollen der Bundesanstalt für Finanzaufsicht drohen, ist das Angebot auf 50 Clubmitglieder und 500 000 Euro Vermögen beschränkt. Beide Grenzen möchte der Hexensabbat Club allerdings möglichst bald überschreiten. Dabei ist fast alles erlaubt, außer männliche Mitglieder. "Es gab kurz nach unserer Gründung mal einen Anwärter", sagt Henrike von Platen, "er war allerdings das Paradebeispiel eines Besserwissers - wir haben dankend abgelehnt".

Quelle

Tagesspiegel 28.04.2005

Gemeinsam aufs Parkett - von Corinna Nohn

Parallel zur Entwicklung an der Börse geht es auch mit den Investmentclubs wieder aufwärts

Mit der Erholung der Aktienmärkte nimmt auch das Interesse von Privatanlegern an Aktien wieder zu. Nicht jeder hat aber Zeit und Lust, sich alleine aufs Börsenparkett zu wagen. Deshalb sind Investmentclubs bei privaten Anlegern wieder beliebt. Hier zahlen Gleichgesinnte Beiträge in eine gemeinsame Kasse und kaufen davon Aktien oder Wertpapiere und teilen die anfallenden Gewinne. So streuen sie nicht nur das Risiko, sondern können vom Wissen der anderen profitieren und bereits mit relativ geringen Beiträgen ausprobieren, welche Chancen im Börsengeschäft liegen.

Parallel zur Erholung am Aktienmarkt in den vergangenen Monaten erleben diese Treffs für private Finanzspekulaten ein Comeback. „Seit Mitte letzten Jahres gibt es wieder mehr Anfragen, was Neugründungen oder Beitritte betrifft“, sagt Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Auch die Berliner Investmentclubs verzeichnen zunehmendes Interesse, nachdem es im vergangenen Jahr an der Börse wieder aufwärts ging.

Um auf die Launen des Aktienmarkts besser reagieren zu können, haben die Clubs zum Teil ihre Methoden geändert. So hat der Hexensabbatclub eine rigorose Stop-Loss-Strategie eingeführt. „Direkt beim Zukauf von neuen Papieren legen wir jetzt gemeinsam fest, wie weit wir ins Minus mitgehen wollen“, erklärt die Geschäftsführerin des Frauenclubs, Henrike von Platen. Auch wenn der DSW bei den Clubs eher eine Tendenz zu langfristigen und weniger spekulativen Anlagen feststellt, verzichtet etwa die 31 Mitglieder zählende Hexensabbat-Truppe keineswegs auf spekulative Papiere. „Wir legen in Aktien aller Richtungen und Risikoklassen an“, sagt von Platen. Damit scheinen die Damen nun wieder Erfolg zu haben – im vergangenen Jahr verzeichnete ihr Depot eine Rendite von 14 Prozent. Beitrittsvoraussetzung bei den Hexen ist eine einmalige Anlage von 300 Euro und monatliche Beiträge von mindestens 30 Euro.

Der Aktienclub Berlin wiederum ist nach eigenen Angaben mit rund 140 Mitgliedern der größte in Ostdeutschland. Mitglied kann man mit einer Einzahlung von mindestens 500 Euro werden, monatliche Nachzahlungen ab 50 Euro sind möglich. Zurzeit verwaltet der Aktienclub in seinen zwei Depots rund 320 000 Euro. Nachdem der Berliner Aktienclub im vergangenen Jahr über ein Ergebnis von minus 2,59 Prozent im konservativen und minus 6,56 Prozent im spekulativen Depot nicht hinauskam, befinden sich die Anlagen im laufenden Jahr wieder auf Wachstumskurs.

Mit steigenden Kursen kämen auch wieder mehr Interessierte auf der Club zu, „aber leider dürfen wir zurzeit nicht wachsen“, erklärt Andreas Horak. Denn sonst müsste der Club laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Finanzportfolioverwaltung einrichten, wofür eine besondere Erlaubnis der BaFin nötig wäre. „Die damit verbundenen Kosten übersteigen aber unsere Möglichkeiten – das lohnt sich erst ab einem Depotvolumen von drei Mllionen“, sagt Horak.

Weitere Investmentclubs in Berlin und anderen Städten werden unter anderem auf der Internetseite investmentclub-online.de gelistet, die die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger betreut. Wer selbst einen Club gründen will, sollte sich gründlich über die rechtlichen und steuerlichen Regelungen informieren (siehe Kasten). Fragen zur Steuerpflicht, zur Ein- und Austrittspraxis und zur Rechtsform (meist wird die Gesellschaft bürgerlichen Rechts gewählt) seien unbedingt vorab zu klären, rät Kurz vom DSW.

Artikel Online ~~ PDF (427kb)

Die Welt - 04.08.2001

Hobbyanleger.... Der Boom der Aktienclubs..... - von Annette C. Müller

.........Die 29 Aktionärinnen des Berliner Hexensabbat Clubs, die seit ihrem Start im April 2000 rund 20% Verlust machten und seit Jahresanfang mit 0,4% im Plus sind, rüsten ihr Depot mutiger auf. Sie haben die gefallenen Technologiestars Nokia, Cisco und EMC nachgekauft. "Die Strategie ist spekulativ, doch runden wir das Depot mit defensiven Titeln wie dem Coffeeshop Betreiber Starbucks ab", sagt Henrike von Platen, Geschäftsführerin des Frauenclubs. Sie favorisiert US-Werte: "Hier wird es schneller zu einer Markterholung kommen." Doch auch wenn die meisten Hobbybörsianer noch in diesem Jahr auf eine Trendwende hoffen, wollen viele diesmal vorsichtiger agieren. So hält der Club der Börsenfreunde Rheinland derzeit einen hohen Cashbestand....

Allegra "Women & Work" - Frühjahr 2001

"Können Hexen mit Geld umgehen" - Andrea Bittelmeyer

Ein Blick in die Suppenküche des Berliner Hexensabbatclubs. Oder: wie 27 Frauen versuchen, den Dax abzuhängen

Für alle die Ahnungslosen, die auf dem Neuen Markt Kartoffeln kaufen wollen, den IWF für einen Tierschutzverbund halten und comdirect für einen Quickie, haben die Finanzladys des Berliner Hexensabbatclubs nur ein Lächeln übrig.

Bei der selbstbewussten Runde handel es sich um einen Investmentclub für Frauen. Die Mitglieder legen ihr Geld gemeinsam an und tragen damit auch gemeinsam das Risiko, das die Börse mit sich bringt. Mitinitiatorin Henrike von Platen: "Unser Kreis ist für Frauen gedacht, die sich für Aktien interessieren, aber nicht auf sich allein gestellt sein möchten." Der Name rührt von einem Börsenphänomen her, das viermal im Jahr auftritt, bei dem die Börse besonders heftig mit Kursänderungen reagiert. Gegründet wurde der Club im April 2000 von dreizehn Frauen. Heute sind es siebenundzwanzig Anlegerinnen, von der hausfrau über die Biologin bis zur Bankangestellten. Zweimal pro Monat treffen sie sich, um mehrheitlich über neue Käufe zu entscheiden......

Radio Kultur - 27.04.01 - Das Interview lässt sich über den pc im mp3 format nochmals hören

Tagesspiegel - 27.03.2001

"Ein bisschen Nervenkitzel muss schon sein"

Berliner Frauen-Investmentclubs lassen sich von Kursverlusten nicht schrecken / Viele spekulieren mit wenig Geld

Susanne Schmitt

Einmal war ein Mann da - aber nur einmal. Silvia Meyer vom Berliner Fraueninvestmentclub "Hexensabbat" lacht noch heute, wenn sie sich an seinen Besuch bei einem Clubabend erinnert: "Der hat wirklich alle Klischees erfüllt und wusste alles besser." Die rund 30 Frauen von Hexensabbat bleiben deshalb bei der Diskussion über die Anlageentscheidungen lieber unter sich...

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Vivian - Erstausgabe vom 09.10.00

Text: Katrin Sebens

Die magische Million im Visier haben auch die Frauen vom Investment-Club "Hexensabbat". Die Mitglieder, die seit einigen Monaten ihr Geld gemeinsam in Aktien investieren, sind auf einem gute Weg dorthin: 9,5 Prozent Gewinn seit dem 1. April. Das mag nach dem Börsen-Boom des letzten Jahres nicht viel erscheinen. Wenn man jedoch bedenkt, daß die Berlinerinnen zu einem Zeitpunkt in den Markt eingestiegen sind, als die Nasdaq-Werte und Aktien des Neuen Marktes ins Bodenlose fielen, haben sie mit ihrem Depot recht gut die Klippen des verlustreichen Anlage-Sommers umschifft.

Und wie hat alles angefangen? Ganz einfach - bei einem Treffen im Café. Die Finanzmaklerin Henrike von Platen hatte schon länger die Idee, Frauen zusammen an die Börse zu bringen. Im Gespräch mit ihrer Freundin Gudrun Wilzopolski kam dann der Impuls, endlich loszulegen. Wichtig war den beiden von Anfang an, einen reinen Frauenclub zu gründen." Die haben das bessere Händchen für Aktien. und wir bekommen keinen Druck von Profilneurotikern."

Die zwei Frauen, beide Anfang 30, telefonierten in ihrem Freundeskreis herum. Am 16. Oktober des letzten Jahres fand das erste Treffen statt. Das allgemeine Echo bei den Frauen, die kamen: "Mensch, darauf habe ich schon lange gewartet, ich habe mich nur alleine nicht getraut, so etwas wie Aktien anzupacken", erzählt Gudrun Wilzopolski. "Da wußten wir, daß wir auf dem richtigen Dampfer sind." Bereits ein halbes Jahr später unterschrieben 13 Börsenhexen den Gesellschaftsvertrag für ihren Frauen-Investmentclub.

Was bedeutet der Name "Hexensabbat"? Er hat nichts mit esoterisch angehauchten Lila-Latzhosen-Trägerinnen zu tun, sondern mit der Börse: Viermal im Jahr, nämlich jeweils am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember ist an den Börsen "Hexensabbat" oder "Triple Witch Day" Dann verfallen an den Börsen der Dax-Future, die Aktien- und Dax-Optionen. "Das ist der Moment, in dem die Hexen tanzen", schreiben die Frauen von "Hexensabbat" dazu auf ihrer Webseite www.hexensabbatclub.net. Das bedeutet: An diesem Tag reagiert die Börse meist mit heftigen, aber auch sehr kurzfristigen Kursabänderungen.

Börsen-Erfahrungen haben die Anlegerinnen um die Vorsitzende Henrike von Platen mittlerweile reichlich. Denn die Berliner sehen sich als aktiven Club. Wer sich einmal im Monate - nach dreimaligem Probe-Schnuppern - mit ihnen trifft, sollte auch etwas getan haben: Die 14 Frauen nehmen sich jeweils bis zum nächsten Treffen ein bestimmtes Thema vor - ob das nun Biotechnologie-Aktien oder Indernet-Provider sind Der Effekt: Aus der Ernährungsspezialistin, der Anwältin, Architektin, Fahrlehrerin und der Hausfrau sind binnen eines knappen Jahres Aktienexpertinnen geworden. Gudrun Wilzopolski fiel das auf, als sie einem Neu-Mietglied eines Abends die Mitglieder und ihre Anlage-Spezialgebiete vorstellte. "Mittlerweile sind wir eine richtig illustre runde", stellt sie lachend fest.

Allein mit dem Beobachten und dem Referieren über Aktien ist es natürlich nicht getan: "Hexensabbat " hat eine Erste Vorsitzende, eine Stellvertreterin, eine Schriftführerin und eine Schatzmeisterin. Außerdem gibt es noch einen Anlageausschuss, dem zurzeit noch alle Mitglieder angehören. Wird der Investmentclub großer, wird sich das ändern. Bis zum ende des Jahres 2001 sollen erst einmal noch keine Gewinne ausgeschüttet werden. Danach wird neu abgestimmt. Das nächste Ziel der "Hexen": über ihre Web-Seite eine Frauen-Netzwerk aufzubauen, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen auch an andere weiterzugeben.

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Die Telebörse / Ausg. 41 - 05.10.00

Hexensabbat Club

Die Berlinerinnen sind ein reiner Fraueninvestmentclub. Männer dürfen nur zuschauen - auch die eigenen.

An die Diskussion um den Clubnamen kann sich die Vorsitzende Henrike von Platen noch gut erinnern. "Zuerst fragten alle: Hexensabbat, was hat denn das mit der Börse zu tun?" Dass sich hinter dem Begriff ein Börsen-Phänomen versteckt, das auf Grund bestimmter Verfallstermine an Freitagen für tanzende Kurse sorgt, wussten zum Zeitpunkt der Clubgründung im Oktober 1999 die wenigsten. Beim reinen Frauenclub dürfen Männer "zwar auch mal zu den Treffen kommen", doch ein Dauerzustand soll es nach dem Willen der Gesellschafterinnen nicht werden. Die sind zwischen 25 und 65 Jahre alt und auch beruflich gesehen ein bunter Haufen: Finanzdienstleisterinnen, eine Fahrlehrerin, Hausfrauen, Rentnerinnen, Architektinnen. Von der Börse hatten die meisten am Anfang kaum Ahnung. "Aber bis heute hat schon jeder sein kleines Spezialgebiet abgesteckt", sagt Henrike von Platen. Im wirklichen Clubleben verfolgen die Berliner Damen eine mittelfristige Anlagestrategie. mindestens 30 Euro legt jede von ihnen im Monat auf dem Gemeinschaftsdepot an. Bei der Börsen Club Bundesliga setzen die Hexensabbat - Vertreterinnen auch auf spekulativere Werte.

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Focus Money Online / 20.09.00

CLUB DER WOCHE

Börsianerinnen-Zirkel in Berlin

Hexen mit Spaß am Spekulieren

„Am Hexensabbat tanzen die Hexen und die Börse spielt verrückt“, gibt es einen besseren Namen für einen reinen Fraueninvestmentclub? Henrike von Platen, die Geschäftsführerin des Berliner „Hexensabbatclub“ ist noch immer ganz begeistert von der Namenswahl.

Der Name ist Programm: „Wir wollen Spaß haben und den Mitgliedern helfen, durch das gemeinsame Investieren zu lernen.“ Natürlich soll unterm Strich auch etwas übrig bleiben. Das Ziel der 14 Damen vom Frauenclub sei es, besser als der Nemax 50 abzuschneiden. Wer wissen will, wie die Performance der Berlinerinnen aussieht, kann jederzeit im Internet unter www.hexensabbatclub.net nachschauen.

Sei ihrem Start am 1. April dieses Jahres hat das Gemeinschaftsdepot des Clubs um 7,86 Prozent zugelegt – das ist zwar nicht überwältigend, aber immer noch besser als Nemax-50.

Den 14 Damen geht es eher um den Spaß als ums große Geld und den Lerneffekt. Schließlich sind unter ihnen nur die wenigsten Finanzprofis. „Unter unseren Mitgliedern sind Hausfrauen, Juristinnen und eine Fahrlehrerin“, zählt Henrike von Platen auf. Die Damen seien zwischen Mitte 20 und Mitte 50 Jahre alt und kommen aus ganz Berlin. Sie selbst sei mit ihren 29 Jahren die Zweitjüngste. Jede hat als Einstandszahlung mindestens 300 Euro überwiesen, monatlich kommen dann noch mal 30 Euro dazu. „Allerdings“, so die Club-Chefin, „können die Mitglieder auch ein Vielfaches davon einzahlen“. Jede habe aber nur eine Stimme.

Das Geld wird ausschließlich in Aktien investiert, die per Mehrheitsbeschluss ausgewählt werden. Das Portfolio ist breit gestreut und enthält auch so spekulative Aktien wie Firstquote oder Pacific Century.

Zur Abstimmung treffen sich die 14 Berlinerinnen zweimal im Monat. Dann wird über Aktien abgestimmt oder über neue Mitglieder. Die Idee, auch Männer aufzunehmen, haben, die 14 wieder fallen lassen. „Wir bleiben ein reiner Frauenclub“, so Henrike von Platen. Das soll auch in der Satzung so festgeschrieben werden. „Für weitere (weibliche) Mitglieder sind wir aber offen“. Wer Interesse habe, könne ja an den Treffen teilnehmen. „Dann sehen wir schon, ob wir zusammenpassen“, meint die Club-Chefin.

Focus Money vom 28.09.00

(von links nach rechts: Renate S., Gudrun W., Henrike von Platen, Bärbel J. - aus Focus Money 28.09.00)

Berliner Morgenpost / Freitag 28.07.00

Hexen fliegen auf die Börse

Investmentclub nur für Frauen verzeichnet Erfolg im Aktien-Depot

Von Marie-Thérèse Nercessian

Mitte - An jedem dritten Freitag vor Quartalsende ist «Hexensabbat» (Triple Witch). Dann beginnt das große Zittern bei den Börsen-Zockern. Wenn die spekulierenden Privatanleger auf das falsche Papier gesetzt haben, verfallen ihre Optionen (Rechte gegen Zahlung einer Prämie, zum Beispiel Wertpapiere zu einem bestimmten Kurs zu kaufen) und der Einsatz ist verloren. Für Investmentclubs hingegen ist das riskante Spiel auf dem rutschigen Börsen-Parkett grundsätlich verboten. «Leider», meinen die 14 Damen vom Frauenclub «Hexensabbat». Denn: «Männer wissen zwar alles besser, aber erfahrungsgemäß sind wir Frauen besser.»

Den Club gibt es seit dem ersten April. Ein Aprilscherz freilich sind die «Hexen» nicht. Sie stehen mit beiden Beinen fest auf der Erde. Die Idee, einen Investmentclub nur für Frauen zu gründen, hatte die Geschäftsführerin Henrike von Platen im vergangenen Oktober. Per Internet und Mund-Propaganda fanden sich schnell Mitglieder. Keine Finanzprofis, sondern ganz normale Frauen: Juristinnen, Hausfrauen oder Freiberuflerinnen etwa. Sie sind zwischen Mitte 20 und Mitte 50 Jahre alt und kommen aus ganz Berlin.

Ihr Ziel: «Besser sein als der Neue Markt» (das Marktsegment der Deutschen Börse für Wachstumswerte). «Es geht aber nicht darum, das große Geld zu verdienen. Wir wollen an der Börse spielen», sagt die stellvertretende Geschäftsführerin Bärbel Jachert. Sie hatte vorher, wie die meisten der Gesellschafterinnen, «überhaupt keine Ahnung» von der Börse. Dass es sich bei dem «Dax» um kein Tier, sondern den Deutschen Aktien Index, das Börsenthermometer für die 30 wichtigsten deutschen Aktien handelt und dass man «Blue Chips», die Aktien der großen Unternehmen, nicht essen kann, wissen jetzt selbstverständlich alle.

Inzwischen verfolgen die Damen gebannt Nachrichtensendungen, studieren Wirtschaftsmagazine und recherchieren - zur Not mit dem Computer von Filius oder Tochter - im Internet. «Jede von uns hat die Aufgabe, eine bestimmte Branche unter die Lupe zu nehmen», erläutert Frau Jachert. «Wir entscheiden nach Gefühl und mit Menschenverstand.» Die Aktien werden per Mehrheitsbeschluss gekauft und dann «erstmal liegengelassen». Der Gewinn wird reinvestiert. Immerhin um 8,5 Prozent ist das Depot mit vorerst vier Aktien seit Mai im Wert gestiegen. Die Strategie: «Breit gefächert, große Werte, durchaus auch mal spekulativ», erläutert Frau von Platen. Über die Höhe ihre monatlichen Beiträge schweigen sich die Damen aus. «Wir richten uns nach den Empfehlungen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz», sagt Frau von Platen. Und die sehen eine einmalige Zahlung von mindestens 1000 Mark und monatliche Beiträge ab 100 Mark vor. Zweimal im Monat, immer donnerstags, treffen sich die Frauen, meistens im Bezirk Mitte. Dann dreht sich alles um die Börse. «Aber auch privat verstehen wir uns inzwischen prima.»

Der «Hexensabbat» sucht noch Mitglieder.

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